Wie finde ich den richtigen Familien­fotografen?

6 hilfreiche Tipps

Anders als andere Kinder- oder Babyprodukte, wie z.B. der Kinderwagen, das Babybettchen oder Kinderkleidung sind Fotos leider keine Dinge, die man vorher sehen oder anfassen kann. Ihr wisst im Vorfeld nicht wirklich, was ihr bekommen werdet. Ihr seht das Ergebnis erst danach. Daher ist eine sorgfältige Recherche in Bezug auf handwerkliche Fähigkeiten, Stil und Persönlichkeit/ Sympathie des Familienfotografen unabdingbar.

Im Folgenden gebe ich euch 7 Tipps bzw. Fragen, die ihr euch stellen solltet, um unter den zahlreichen Familienfotografen den passenden für eure kostbaren Erinnerungen findet zu können:

1. Welchen Stil wünschen wir uns für unsere Familienbilder?

Bevor ihr anfangt nach einem Familienfotografen zu suchen, solltet ihr euch überlegen, welchen Stil ihr euch für eure Familienfotos wünscht. Möchtet ihr klassische Studioportraits, bei denen euer Baby perfekt positioniert und ausgeleuchtet vor einem ausgewählten Hintergrund fotografiert wird oder gefallen euch Bilder in der Natur oder bei euch zu Hause besser? Wenn ihr euch auf einen Stil geeinigt habt, könnt ihr viel gezielter nach einem Familienfotografen suchen.

Derzeit reden viele von Lifestylefotografie oder dokumentarischer Fotografie bzw. Reportagen. Das kann sehr verwirrend sein, deshalb beschreibe ich in ein paar wenigen Worten, was eigentlich dahinter steckt. Klarheit über die Begrifflichkeiten kann dir bei der Suche nach einem geeigneten Familienfotografen helfen.

  • Bei der Lifestylefotografie geht es darum, euer Zuhause und euren Lebenstil zu dokumentieren. Die individuelle Bildsprache spielt eine Rolle. Dinge werden evtl. aus dem Bild geräumt, beteiligte Personen werden angeleitet, es werden Hinweise gegeben, wo und wie die Fotos am Besten umgesetzt werden können, während andere Momente, Situationen und Emotionen sich selbst ergeben.
  • Bei der dokumentarischen Fotografie/ einer Reportage wird/werden der Alltag und die Lebensumstände so gezeigt, wie sie wirklich sind. Es gibt keine Anleitungen, keine Empfehlungen zu Kleidung etc., es wird nicht in das Geschehen eingegriffen, man ist ausschließlich Beobachterin und dokumentiert ein Stück des Familienalltags - mit allen Ecken und Kanten.

Natürlich kann man die beiden Stile nicht klar voneinander trennen. Auch meine Shootings enthalten oft Elemente aus beiden Bereichen. Bei meinen Shootings fotografiere ich euch so wie ihr seid und bei allem was ihr so tut, gleichzeitig lasse ich hin und wieder kleine Hinweise, Ideen (bspw. welcher Ort sich vom Licht her gut für Fotos eignen würde) oder Spielchen einfließen (z.B.: „Hast du bei deinem Babybruder schonmal geschaut, ob da ein kleiner Zwerg im Ohr wohnt?“). Bei meinen Geburtsreportagen hingegen, greife ich null ins das Geschehen ein. Natürliche und emotionale Familienfotos können bei beiden Stilen entstehen – lediglich die Methode dabei ist eine andere.

Überlegt euch deshalb im Vorfeld:


-> Bin ich eher der Lifestyletyp, der die Zimmer vorher aufräumt und schaut, wie wir uns als Familie kleidungstechnisch aufeinander abstimmen?


-> Bin ich eher der dokumentarische Reportagentyp, der das Familienleben so eingefangen haben möchte, wie es ist, mit allem was dazu gehört - Wäschehaufen, unaufgeräumten Zimmern oder fleckigen Oberteilen.

2. Nach welchen Werten arbeitet der Familienfotograf?

Versucht herauszufinden, was dem Familienfotografen wichtig ist und wie er arbeitet. Wie setzt er seine Shootings um? Wie geht er dabei mit den Kindern um? Welche Rolle spielen die Kinder bei seinen Shootings? Wie gestaltet sich der Ablauf? etc.. Hinweise dazu findet ihr sicherlich auf der Website, in Google-Rezensionen anderer Familien und natürlich auch in persönlichen Gesprächen mit ihm selbst, aber auch in Gesprächen mit Freunden und Bekannten, die euch diesen Familienfotografen vielleicht empfohlen haben.

Verschafft euch einen guten Überblick, um herauszufinden, ob ihr diesbezüglich auf „einer Wellenlänge schwimmt“.

Julia Schlenkrich fotografiert Vater mit seinen Tochter auf Bett während Newborn-Homestory

3. Passen unsere Persönlichkeiten zusammen?

Unterschätzt die Bedeutung von Sympathie und Verbundenheit mit eurem Familienfotografen nicht. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass der Fotograf in eure private Umgebung zu Hause „eindringen“ wird und sich für Fotos mit euch in privaten Räumlichkeiten, wie eurem Schlafzimmer, aufhalten wird (vorausgesetzt ihr bucht ihn für eine Homestory). Zudem interagiert er mit euren Kindern. Umso wohler ihr euch in seiner Gegenwart fühlt, umso entspannter seid ihr bei eurem Familienshooting. Es geht hierbei immerhin um Erinnerungen fürs Leben.

Den besten Eindruck gewinnt ihr, wenn ihr mit dem potentiellen Familienfotografen telefoniert bzw. im Vorfeld ausreichend Austausch habt. So bekommt ihr ein Gefühl dafür, wie „er so ist“. Stellt er viele Fragen, interessiert er sich für eure Wünsche und seid ihr euch sympathisch?

Mutter liegt mit ihrem Neugeborenen auf dem Bett, sie schaut in lächelnd an, helle Umgebung

4. Versorgt uns der Familienfotograf mit ausreichend Informationen?

Nach der Buchung eines Shootings werdet ihr sicherlich viele Fragen haben. Z.B.: „Was sollen wir bezüglich der Kleidung beachten?“, „Was sollen wir mitbringen?“ oder „Was sollen wir zu Hause vorbereiten?“. Ein Familienfotograf sollte euch diesbezüglich mit ausreichend Infos versorgen und durchgehend beraten. Vielleicht sucht er das persönliche Gespräch oder vielleicht lässt er euch die Infos in schriftlicher Form zukommen. Wichtig ist, dass er euch bei dem ganzen Prozess von der Buchung bis zur Übergabe der Bilder gut begleitet.

Infomagazin für eine Newborn-Homestory als Heft

5. In welcher Form möchten wir unsere Bilder nach dem Shooting erhalten?

Überlegt euch im Vorfeld, wofür ihr die Bilder nutzen möchtet. Möchtet ihr bspw. ein Fotobuch selbst gestalten, dann braucht ihr die Bilder digital. Möchtet ihr lediglich ein paar Prints an Oma und Opa zu Weihnachten verschenken oder für die eigenen 4 Wänden nutzen, dann legt ihr auf die digitale Version vermutlich nicht so viel wert.

Ich würde euch in der heutigen Zeit immer zu einer digitalen Variante raten, denn Abzüge und Fotobücher kann man sich im Notfall später immer noch selbst organisieren bzw. gestalten. Vielleicht bietet der Fotograf auch Pakete an, in denen sowohl eine digitale Variante als auch bspw. ein Fotobuch enthalten sind. Vorallem, wenn ihr gerade eine Baby bekommen habt und der Alltag für euch aktuell eine große zeitliche Herausforderung darstellt, kann es ideal sein, wenn ihr bereits ein fertiges Fotoalbum in den Händen haltet und euch darum nicht mehr kümmern müsst.

Schaut euch die Pakete des Fotografen im Detail an, um zu entscheiden, ob es eure Bedürfnisse erfüllt. Der Fotograf sollte euch die Bilder digital in jedem Fall immer im JPG-Format liefern und eure Bilder für einen gewissen Zeitraum archivieren.

USB-Holzstick von Julia Schlenkrich Fotografie liegt auf Holztisch mit Blümchen

6. Was kostet uns das Shooting?

Natürlich unterscheiden sich Familienfotografen preislich. Wenn ihr einen Fotografen gefunden habt, der genau so arbeitet, wie ihr euch das vorgestellt habt, dann solltet ihr bereit sein, den entsprechenden Preis zu zahlen. Ein Familienfotograf, der seine Arbeit ernst nimmt, gute Qualität liefert, sich regelmäßig weiterbildet, um seine Leistungen für die Familien stetig zu verbessern und monatlich sehr viel Geld in Kameraequipment, Versicherungen, Bildbearbeitungsprogramme, Buchhaltung etc. steckt (hier könnte ich noch eine lange Liste anderer Dinge anfügen), muss einen gewissen Preis für ein Shooting verlangen. Ein 2-Stunden-Shooting inklusive aller Bilder (am besten noch bearbeitet) für 200 € wäre da doch ein kleines bisschen unrealistisch.

Seid euch bewusst: Bilder gewinnen Jahr für Jahr an Wert (im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, die man sich im Leben anschafft) und irgendwann gehören sie mit zu den wertvollsten Dingen, die wir besitzen. Ja, ein Familienshooting ist eine Investition, aber bricht man das spaßeshalber auf die verbleibende Lebenszeit herunter, wäre das kein Euro im Monat.

Letztendlich ist es immer eine Frage der Prioritäten und wie wichtig einem diese Erinnerungen sind. Die Momente mit seinen Kindern bzw. mit den Menschen, die einem am meisten bedeuten, kann man nicht wiederholen und irgendwann ärgert man sich darüber oder ist unendlich traurig, dass man keine Erinnerungen geschaffen hat.

Fotoschachtel mit Prints liegt auf Holztisch mit Blümchen drum herum

Anstatt sich zu fragen, was kostet ein Shooting, kann man sich auch die Frage stellen: „Was kostet es mich, wenn ich es nicht mache?“.

Schaut, welches Preismodell euch am ehesten anspricht. Habt ihr lieber ein festes Paket, bei dem ihr von vornherein wisst, was finanziell auf euch zukommt, oder möchtet ihr euch das lieber offen halten und tendiert bspw. eher zu einer Grundgebühr vor dem Shooting und weiteren Kosten nach dem Shooting. Jeder Fotograf handhabt dies etwas anders.

Ein kleiner Tipp: Vielleicht wisst ihr bei der Geburt eures zweiten Babys nicht, was ihr euch noch schenken lassen könntet. Bevor ihr das 10. Babyspielzeug oder die 30. Spuckwindel bekommt, lasst euch doch einen Gutschein für eine Newborn-Homestory oder ein Familienshooting schenken. Das ist in jedem Fall ein Geschenk, von dem ihr ein Leben lang zehren werdet – ein Geschenk für die Ewigkeit.

Rosa gestalteter Faltgutschein von Julia Schlenkrich Fotografie liegt auf Holztisch mit Trockenblumen

Fazit:

Vertraut auf euer Bauchgefühl. Bereits anhand der Website werdet ihr einen ersten Eindruck darüber erhalten, ob der Familienfotograf zu euch passen könnte oder nicht. Kontaktiert ihn, tauscht euch mit ihm aus und ihr werden sehr schnell entscheiden können, ob er derjenige ist, der euch die kostbare Erinnerungen fürs Leben schenken darf.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichte ich auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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